Dr. Frank Knödler
Präsident
F   0711 50663009

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Herr Stadtdirektor Dr. Frank Knödler, ist Leiter der Feuerwehr Stuttgart. Er ist kraft Amtes als Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg Vorsitzender des Vereins Baden-Württembergisches Feuerwehrheim.

Zur Seite stehen ihm zwei Vizepräsidenten. Der Präsident und die beiden Vizepräsidenten werden von der Verbandsversammlung auf die Dauer von fünf Jahren gewählt.

Gerhard Lai
Vizepräsident
T   07664 2750
F   07664 911276

Gerhard Lai ist seit 2004 Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg. Er kommt aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und war dort viele Jahre Kreisbrandmeister. Gerhard Lai ist auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins Baden-Württembergisches Feuerwehrheim und hat  intensiv die Modernisierung des Feuerwehrhotels Sankt Florian begleitet. Er leitet den Bauausschuss.

Stefan Hermann
Vizepräsident
F   07433 20895

Stefan Hermann, Kreisbrandmeister im Zollernalbkreis (Balingen), ist am 26. Oktober 2013 zum Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg gewählt worden. Er ist auch stellvertretender Vorsitzender des Vereines Baden-Württembergisches Feuerwehrheim.

Präsident Dr. Frank Knödler zum Weihnachtsfest und neuen Jahr 2016

Präsident Dr. Frank Knödler zum Weihnachtsfest und neuen Jahr 2016

„Demokratie heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einmischen.“

Sehr geehrte Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden,

vor einem Jahr habe ich auf die Zahl der weltweit zunehmenden Krisen und deren Auswirkungen hingewiesen, die uns auch in Deutschland treffen. Festgemacht habe ich das an der Unterbringung von 500 Flüchtlingen an der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg in Bruchsal im September 2014. Damals haben die Feuerwehren gezeigt, wie leistungsfähig sie gerade in Notsituationen sind. Seither haben die Feuerwehren vielfach oftmals an entscheidender Stelle tatkräftig bei der Aufnahme der großen Zahl der Flüchtlinge geholfen. Dafür danke ich von ganzem Herzen!

„Demokratie heißt, sich in die eigenen Angelegenheiten einmischen“, stellte der Schweizer Schriftsteller Max Frisch einmal fest. Nichts anderes tun Menschen, wenn sie sich freiwillig engagieren. In den Feuerwehren unseres Landes sind dies etwa 170.000 Frauen, Männer und Jugendliche. Sie löschen Brände, befreien in Not geratene Menschen oder schützen die Umwelt; sie bringen sich überall dort ein, wo helfende Hände gebraucht werden.

Die Menschen in den Feuerwehren sorgen auch für Flüchtlingsunterkünfte und richten diese ein. Wieder einmal haben sie dabei mehr als eindrucksvoll unterstrichen, dass sie unverzichtbar sind. Sie fördern Solidarität und Gemeinsinn und sie verbessern die Lebenssituation einzelner Menschen ebenso wie der Gesellschaft insgesamt. Der Glaube an die Allmacht des Staates war schon immer ein schlechter Ratgeber. Gerade die Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, erfordern den Einsatz aller Kräfte der Gesellschaft. Dies bedeutet allerdings nicht, dass engagierte Menschen die Lückenbüßer für einen Staat sind, der an seine Grenzen stößt. Die Bürgergesellschaft ist kein Reparaturbetrieb für den Staat, sondern sie gibt ein Beispiel für eine neue Balance zwischen staatlichem und bürgerschaftlichem Handeln.

Darum muss der Staat Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement fördern. Der damit verbundene Handlungsauftrag soll als neues Staatsziel in die Landesverfassung von Baden-Württemberg aufgenommen werden, was der Landesfeuerwehrverband nachhaltig unterstützt. Die Begründung der Verfassungsänderung stellt ausdrücklich fest, dass der Staat und die Gemeinden der kräftigen und dauerhaften Unterstützung der ehrenamtlichen Arbeit ein besonderes Gewicht beizumessen haben.

Unser „Strategiepapier FREIWILLIG.stark!“ zur Förderung des Ehrenamtes bei den Feuerwehren in Baden-Württemberg nennt hierfür eine Fülle von Beispielen. Viele davon können ohne große Kosten allein mit gutem Willen der Verantwortlichen auf Landes-, Kreis- oder örtlicher Ebene rasch umgesetzt werden. Wir haben dazu ja auch eine Ergänzung des Feuerwehrgesetzes vorgeschlagen, die hoffentlich vom Landtag berücksichtigt werden wird.

Am 13. März 2016 wird der Landtag von Baden-Württemberg gewählt. In der zu Ende gehenden Legislaturperiode haben wir zusammen mit dem Land vieles erreicht. Ich nenne ohne Anspruch auf Vollständigkeit

–   Neubau der Landesfeuerwehrschule,

–   neue Bekleidungsvorschrift, bestehend aus Uniform, Dienstkleidung und einheitlichen Dienstgraden,

–   ich nenne trotz eines kleinen Ausrutschers das uneingeschränkte Bekenntnis der Landesregierung zur Zweckbindung der Feuerschutzsteuer,

–   gesetzliche Pflicht zum Einbau von Hausrauchwarnmeldern,

–   Überarbeitung der Zuwendungsrichtlinie Feuerwehrwesen mit einer moderaten Anpassung der Fördersätze für Fahrzeugbeschaffungen,

–   deutlich höhere Zahl an Freiplätzen im Feuerwehrhotel Sankt Florian,

–   bessere Leistungen der Unfallversicherung und Zusage zur besseren Absicherung von schicksalbedingten Leiden sowie

–   Aktion 65 plus.

Die Arbeit geht uns nicht aus. Unsere kommenden Aufgaben sind auch

–   Neubau einer Geschäftsstelle im Rahmen des Neubaus der Feuerwache 5 in Stuttgart,

–   Überprüfung der Organisationsform unseres Verbandes,

–   Novellierung der Hinweise zur Leistungsfähigkeit kommunaler Feuerwehren,

–   Neuausrichtung der Integrierten Leitstellen oder die

–   Verabschiedung einer Musterrichtlinie für die Entschädigung von Funktionsträgern innerhalb der Freiwilligen Feuerwehren.

Schade ist, dass der mit so vielen Vorschusslorbeeren gestartete digitale Funk bisher über rudimentäre Funktionen nicht hinausgekommen ist. Für mich steht damit auch ein Stück Glaubwürdigkeit staatlichen Handelns auf dem Spiel.

Ehrenamt macht Freude. Das muss es sogar. Schon die Bibel sagt: Nächstenliebe und Selbstliebe gehören zusammen. Ist dies nicht der Fall, gibt es kein ausgewogenes Verhältnis zwischen Geben und Nehmen, zwischen Fürsorge und Selbstsorge. Ehrenamtliches Engagement in der Feuerwehr ist nicht selbstlos, sondern im wahrsten Sinne des Wortes selbstbewusst. Gehen Sie selbstbewusst und organisiert durch das Jahr 2016. Mischen Sie sich in ihre eigenen Angelegenheiten ein ebenso wie in die unserer Gesellschaft. Möge Ihnen dies sowohl im Privaten als auch im Beruflichen gelingen ebenso wie bei Ihrer Feuerwehrarbeit.

Allen Angehörigen unserer Feuerwehren danke ich für ihre wichtige und unverzichtbare Arbeit zum Wohl der Menschen in unserem Land. Ihnen, verehrte Leserinnen, verehrter Leser, wünsche ich ebenso wie ihren Familien ein ruhiges Weihnachtsfest und ein erfolgreiches, gesundes und vor allem friedvolles Jahr 2016.

Dr. Frank Knödler