Präsident Dr. Frank Knödler zum Weihnachtsfest 2018

„Fürchte Dich nicht vor der Veränderung, eher vor dem Stillstand.“

Liebe Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden,

vom 14. bis 22. Juli 2018 hat in Heidelberg der 12. Landesfeuerwehrtag Baden-Württemberg stattgefunden. Dort, wo vor 200 Jahren der Feuerwehrpionier Carl Metz geboren wurde, durften wir der Öffentlichkeit die Feuerwehr in allen Facetten vorstellen und bei dieser Gelegenheit für den Gedanken der Brandschutzaufklärung sowie für ein ehren- und hauptamtliches Engagement in den Feuerwehren werben. Nach offiziellen Schätzungen sind 50.000 bis 100.000 Gäste zum „Feuerwehr-Event des Jahres“ nach Heidelberg gekommen. Es ist sicherlich nicht übertrieben, wenn man von einem bleibenden, äußerst positiven Eindruck spricht, den die zahlreichen Besucherinnen und Besucher dort von den baden-württembergischen Feuerwehren gewinnen konnten. Gleichzeitig war der Landesfeuerwehrtag eine hervorragende Plattform für den Gedanken- und Erfahrungsaustausch der rund 180.000 baden-württembergischen Feuerwehrangehörigen. Das ist enorm wichtig für den Zusammenhalt und die nachhaltige Motivation.

Feuerwehrarbeit ist immer Teamarbeit. Das bringt v. a. die auch in Feuerwehrkreisen häufig verwendete Losung „Einer für alle, alle für einen“ sehr gut zum Ausdruck. Bereits der Begründer der Freiwilligen Feuerwehren, der eingangs erwähnte Carl Metz, hatte 1862 ein allgemeines Feuerwehremblem entworfen, in dem verschlungene Hände und eine Flamme als Symbol für das bruderschaftliche Zusammenstehen in Feuersnot zu sehen sind. Metz, der u. a. auch den Spruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ geprägt und verbreitet haben soll, etablierte damit schon damals die Werte „Nächstenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit“ bei den Feuerwehren.

Nur gemeinsam als Team kann man „Retten-Löschen-Bergen-Schützen.“ – und dadurch anderen Menschen in Not helfen. Nur gemeinsam als Team kann man ein Mega-Event wie einen Landesfeuerwehrtag erfolgreich vorbereiten, gestalten und durchführen. Und nur gemeinsam als Team kann man die Rahmenbedingungen für unsere baden-württembergischen Feuerwehren so gestalten, dass die Feuerwehren in der Gegenwart gut und leistungsfähig aufgestellt sind – und das auch in Zukunft dauerhaft und nachhaltig bleiben.

Das Feuerwehrwesen in unserem Land ist hervorragend aufgestellt. Allen, die zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben, danke ich herzlich. Zu den aktuell sehr guten Rahmenbedingungen für unsere baden-württembergischen Feuerwehren hat selbstverständlich auch der Landesfeuerwehrverband im engen Schulterschluss mit dem Innenministerium – als Institution der staatlichen Seite – seinen Teil beigetragen. Hart in der Sache, aber fair im Ton; nicht als Gegner, sondern mit gegenseitiger Achtung haben wir teilweise hart miteinander verhandelt, jedoch immer vertrauensvoll und kooperativ zusammengearbeitet und dadurch wesentliche Erfolge für das Feuerwehrwesen erreicht. Die Feuerwehren sind für die bevorstehenden Aufgaben somit gut gerüstet!

Woody Allen hat einmal gesagt: „Ich denke viel an die Zukunft, weil das der Ort ist, wo ich den Rest meines Lebens verbringen werde!“ Ich halte es übrigens genauso. Stillstand ist bekanntlich Rückschritt – und der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg hat – ich möchte fast schon sagen – satzungsgemäß den Anspruch, für seine Mitglieder laufend und nachhaltig möglichst optimale Rahmenbedingungen zu erreichen. Wir müssen unsere Leistungen fortlaufend auf den Prüfstand stellen, nur dann bleiben wir dort, wo wir heute sind – nämlich ganz vorne, an der Spitze der Bewegung! Lassen Sie uns deshalb auch im kommenden Jahr engagiert und gemeinsam unsere wichtige Arbeit in den Feuerwehren des Landes und für die Feuerwehren des Landes fortführen. Dabei wollen wir beim Tempo nicht nachlassen, denn Stillstand ist Rückschritt. Oder, wie es der chinesische Philosoph Lao-Tse bereits im 6. Jahrhundert vor Christi ausgedrückt haben soll: „Fürchte Dich nicht vor der Veränderung, eher vor dem Stillstand.“

Im vergangenen Jahr haben die Feuerwehren in Baden-Württemberg bei über 143.000 Einsätzen zuverlässig, kompetent und rund um die Uhr anderen Menschen in Not geholfen. Feuerwehr ist Teamarbeit: Das gilt für unsere kleinste Einheit, den Trupp, genauso wie für jede der 1.098 Gemeindefeuerwehren bzw. für die landesweit 168 Werkfeuerwehren. Einer oder eine alleine ist nichts – die Gemeinschaft der rund 180.000 Feuerwehrangehörigen macht erst die Stärke der baden-württembergischen Feuerwehren aus. Das gilt in der Jugendfeuerwehr ebenso wie in den Einsatzabteilungen, in den Alters- und Seniorenabteilungen ebenso wie in den musiktreibenden Zügen. Jeder Frau, jedem Mann, jedem Jugendlichen danke ich für das Engagement in den Feuerwehren unseres Landes!

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit und ein gesundes und glückliches neues Jahr.

Dr. Frank Knödler
Präsident