Symposium Denkanstöße

Anlässlich des Symposiums "Denkanstöße" zum Thema Feuerwehr in der Zukunft im Rahmen des Landesfeuerwehrtages hielt EU-Kommissar Günther Oettinger an der Universität Heidelberg ein Impulsreferat vor rund 200 Führungskräften der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren von Baden-Württemberg. Der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident spann dabei einen weiten Bogen von seinem Bundesland über Deutschland, Europa und um den gesamten Globus und wies eindringlich auf Gefahren von Nationalismus und Populismus hin.

„Europa ist derzeit in Lebensgefahr! Europa braucht Sie. Wenn wir uns nicht zu Europa bekennen, kann das Projekt scheitern“, appellierte Oettinger an die Feuerwehrleute. Wenn man wolle, dass unsere Kinder auch in 50 Jahren noch in unserer Werteordnung lebten, müsse man dafür kämpfen und mehr als bisher dafür tun.

Angesichts von „Autokratien in Ankara und Moskau“ und „Tweets aus dem Weißen Haus“ gelte es, in Europa zusammenzustehen. „Wenn wir uns Souveränität erhalten wollen, geht dies nur in der Betriebsgröße von Europa“, meinte Oettinger. Im globalen Wettbewerb stünde die Wirtschaft noch gut da, noch würden Produkte made in Germany gebraucht. Aber andere Regionen würden stark und rasch aufschließen. „Zwischen Amerika und China ist Europa, Deutschland, Baden-Württemberg im Sandwich drin“, veranschaulichte der EU-Kommissar und appellierte an die Feuerwehrleute zuhause in ihren Familien, in den Feuerwehren und in den Gemeinden eine Lanze für Europa zu brechen.

Weitere Impulsreferate der Vortragsreihe befassten sich mit dem technologischen Wandel und den Chancen, die sich hierbei für die Feuerwehren bieten. So widmete etwa Zukunftsforscher Dr. Ulrich Eberl seinen Vortrag dem Thema Drohnen, Roboter und augmented reality, sowie der Frage, wie die moderne Technik die Zukunft der Feuerwehren und den „Faktor Mensch“ beeinflusst.

Jochen Feese, Leiter der Unfallforschung der Daimler AG, gab einen Ausblick auf die Zukunft des Automobils und markierte in einem Rückblick Meilensteine der Innovation im Automobilbau der vergangenen 80 Jahre von der Entwicklung von Knautschzonen über ABS, Airbags und viele weitere Assistenzsysteme. Schon heute stünden den Einsatzkräften beispielsweise bei Unfällen Apps zur Verfügung, mit denen der Fahrzeugtyp identifiziert und die technische Rettung, etwa durch Anzeige der Lage von Gefahrenstellen und geeigneten Schnittstellen für die Rettungsschere unterstützt würden. Künftig gehe der Trend über das assistierte zum automatisierten Fahren und zu Schutzmechanismen für Insassen, die bereits aktiv würden, wenn ein Unfall unmittelbar bevorstünde, um Schlimmeres zu verhindern.