Verbandsversammlung 2019

Pressegespräch
Informations- und Diskussionsveranstaltung
Informations- und Diskussionsveranstaltung
Informations- und Diskussionsveranstaltung
Kameradschaftsabend
Verbandsversammlung
Stimmauszählung
Wahl eines neuen Vizepräsidenten
Spendenübergabe an die Feuerwehrstiftung Gustav-Binder
Ansprache des Innenministers
Verleihung der Albert-Bürger-Medaille
Ernennung von Ehrenmitgliedern
Begleitende Fachausstellung

Bei der Versammlung des Landesfeuerwehrverbands Baden-Württemberg, die vom 10. bis 12. Oktober 2019 in Heilbronn stattgefunden hat, haben die Verantwortlichen über die Zukunft der Feuerwehren diskutiert, Präsident Dr. Frank Knödler im Amt bestätigt und mit Michael Wegel einen neuen Vizepräsidenten des Verbandes gewählt und dem langjährigen Vizepräsidenten Gerhard Lai die Albert-Bürger-Medaille überreicht.

Der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Dr. Frank Knödler, begrüßte am 12. Oktober 2019 in der redblue der Intersport in Heilbronn rund 500 Vertreter der Feuerwehren aus Baden-Württemberg sowie zahlreiche Gäste aus der Politik und der Wirtschaft zur Vereins- und Verbandsversammlung 2019.

Der Präsident des Verbandes dankte dem anwesenden Innenminister Thomas Strobl und seinem Team für die konstruktive Zusammenarbeit und platzierte gleichzeitig vier zentrale Forderungen an das Land, mit der man das Feuerwehrwesen im Land weiter stärken und zukunftssicher machen wolle.

Mehr Geld für den Landesfeuerwehrverband für zusätzliche Weiterbildungsbausteine
Eine qualifizierte Aus-, Fort- und Weiterbildung ist die Grundlage dafür, dass die Feuerwehren erfolgreich agieren können. Da die Landesfeuerwehrschule angesichts der aktuell vollkommen ausgeschöpften Kapazitäten nicht immer entsprechend schnell und in der notwendigen professionellen Qualität auf aktuelle Themen und Weiterbildungsbedarfe reagieren könne, hat Verbandspräsident Dr. Frank Knödler angeboten, hier seitens des Landesfeuerwehrverbandes zusätzliche Aufgaben vom Land zu übernehmen. Allerdings müsse das Land die jährlichen finanziellen Zuwendungen an den Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg dafür im Gegenzug deutlich erhöhen.

Verbesserung der sozialen Absicherung von Feuerwehrangehörigen
Da der Feuerwehrberuf bzw. die Berufung, Menschen in Not zu helfen, eine Gefahren geneigte Tätigkeit ist, sei man auf eine leistungsfähige Unfallversicherung angewiesen. Gerade deshalb, weil in Baden-Württemberg 97% der Feuerwehreinsatzkräfte rein ehrenamtlich „Retten. Löschen. Bergen. Schützen.“, hat der Landesfeuerwehrverband Baden-Württemberg in Heilbronn massiv eine Aufstockung der Mittel an im Feuerwehrdienst in Not geratene Feuerwehrangehörige bzw. deren Hinterbliebenen gefordert. Beispielsweise sei es nicht akzeptabel und auch nicht mehr zeitgemäß, wenn nicht eheliche Lebenspartner von Feuerwehrangehörigen, die im Dienst oder im Einsatz tödlich verunglücken, keine entsprechenden Leistungen erhalten können. Andere Bundesländer wie Brandenburg oder auch Niedersachen, seien hier schon deutlich weiter.

Expertise der Feuerwehr beim vorbeugenden baulichen Brandschutz stärker nutzen
„Wer, wenn nicht die Feuerwehr weiß, wie es im Brandfall in Gebäuden tatsächlich zugeht“, leitete der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg zu seiner dritten zentralen Forderung an das Land über. Die Einsatzerfahrung der Feuerwehr sei daher eine wichtige Quelle, wenn es darum geht, auf die wesentlichen Maßnahmen im vorbeugenden Brandschutz Wert zu legen. Um das theoretische Wissen von Brandschutzingenieuren und den Praxiserfahrungen der Feuerwehr wieder besser in Einklang zu bringen, brauche man entsprechende Weiterbildungsangebote sowie eine fachliche Unterstützung auf Landesebene. Knödler forderte in Heilbronn vom Land, zeitnah entsprechende Qualifizierungsmaßnahmen an den baden-württembergischen Hochschulen sowie eine stärkere Vernetzung dieser Hochschulen mit den Feuerwehr-Bildungseinrichtungen zu initiieren.

Gleichzeitig wolle man sein Wissen stärker einbringen können, beispielsweise in den Ausführungsbestimmungen zur aktuell verabschiedeten Landesbauordnung, mit der das Land den Holzbau stärker ermöglichen wolle. „Holz ist ein guter Baustoff – wenn man es richtig macht!“, mahnte Knödler und lieferte auch gleich seine Bedenken: Es könne zu deutlich kritischeren Brandverläufen und gefährlichen Rauchgasausbreitungen kommen, wenn man auf weitere Konkretisierungen in den Ausführungsbestimmungen verzichte. Um dies zu vermeiden bot der Verbandspräsident seine Mitarbeit bei der weiteren Ausgestaltung der Rechtsvorschriften an.

Integrierte Leitstellen
Schließlich bat der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Dr. Frank Knödler, den Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration, Thomas Strobl, nun gegen Ende der laufenden Legislaturperiode endlich „anzusagen“, wohin die Reise bei den Integrierten Leitstellen im Land gehen solle. Im Koalitionsvertrag der Grün-/schwarzen Landesregierung war angekündigt worden, die Leitstellenlandschaft zu überprüfen, was in insgesamt zwölf Projektsitzungen mit allen beteiligten Partnern auch hinreichend erörtert worden sei. Die Fakten lägen also alle auf dem Tisch. Die Feuerwehren des Landes hätten ihre Meinung nicht geändert und setzten sich für bereichsübergreifende Integrierte Leitstellen in staatlicher Trägerschaft ein.

Interessante Referate bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung
Am 11. Oktober fand tagsüber die traditionelle Informations- und Diskussionsveranstaltung für über 300 Führungskräfte der baden-württembergischen Feuerwehren statt. Unter dem Motto „von anderen lernen“ bzw. „Der Blick über den Tellerrand“ bekam man in Heilbronn sehr gute Anregungen, über die es sich lohnt, einmal nachzudenken und zu prüfen, ob bzw. wie sie in der eigenen Arbeit Berücksichtigung finden können.

Hier finden Sie die Präsentationen zu den Vorträgen:

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„Mut zur Veränderung – anders denken, mutig handeln“ (Klaus-Jürgen Deuser)

Download-icon „Gemeinsame Aufgaben für Feuerwehr und Raumtransport“ (Prof. Dr. Stefan Schlechtriem)
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„Zeitgemäße Führung in der Feuerwehr – für eine leistungsfähige und engagierte Zukunft“ (Sebastian Quirmbach)

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„Krisenmanagement als Aufgabe bei der Sicherstellung des Staats- und Regierungshandelns – Blickpunkt Baden-Württemberg“ (Prof. Hermann Schröder)

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„Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte – PSNV-E Feuerwehr in Baden-Württemberg“ (Henning Waschitschek)

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„Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte – PSNV-E Feuerwehr in Baden-Württemberg“ (Thomas Egelhaaf)

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Impulsvortrag „Denkste! Wie (Bauch-) Entscheidungen im Gehirn wirklich fallen.“ von Dr. Hans-Georg Häusel im Rahmen der Verbandsversammlung am 12. Oktober 2019

Heilbronn - eine Stadt im Aufbruch

Heilbronn von oben

Das Käthchen, der Neckar und der Wein - lange hat dieses Trio das Image der Stadt Heilbronn geprägt. Längst gilt die weltoffene Stadt mit ihren über 125.000 Einwohnern aber auch als „Boomtown“. Die rasanten Entwicklungen im Bereich Bauen, Wohnen und Arbeiten verschaffen ihr den Titel „dynamischste Stadt Südwestdeutschlands“. Mit neun Stadtteilen auf rund 100 km² Fläche ist Heilbronn eine der Großstädte in Baden-Württemberg.

Neuansiedlungen von Global Playern sowie von jungen innovativen Unternehmen aus Zukunftsbranchen lassen die Wirtschaft im Oberzentrum der Region Heilbronn-Franken wachsen. Die zügige Expansion des Bildungscampus der Dieter Schwarz Stiftung zieht immer mehr junge Menschen in die Stadt. Ein echter Coup ist der Stiftung mit der Ansiedlung der TU München gelungen, einer der renommiertesten Universitäten weltweit.

Zur Bundesgartenschau 2019 heißt Heilbronn ein Millionenpublikum willkommen. Große Gartenkunst, Architektur vom Feinsten, über 5.000 Veranstaltungen, Skulpturen international gefeierter Künstler, faszinierende Wasserspiele und vieles mehr versprechen einen wundervollen Tag für die ganze Familie.

Mitten in der Innenstadt lädt die neu gestaltete Neckarmeile zum Flanieren und Verweilen in einem der gemütlichen Restaurants und Cafés ein. Durch die spektakuläre Erweiterung der Experimenta zu Deutschlands größtem Science Center ist ein einzigartiger Besuchermagnet entstanden. Kulturfans freuen sich über die vielfältigen Angebote des weltweit gefragten Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn, der Städtischen Museen, des Theaters und vieler weiterer Anbieter. Zur hohen Lebensqualität gehört auch die jahrhundertealte Weinkultur. Beim Weindorf rund um das historische Rathaus und in den urigen Besenwirtschaften der lokalen Weingärtner ist ihr besonderer Charme zu erleben.

Der Landkreis Heilbronn besticht durch seine Vielfalt

Neckartal bei Gundelsheim
Blick ins Zabergäu

Der im Norden des Landes gelegene Landkreis Heilbronn gilt als Baden-Württemberg im Kleinen. Auf rund 1.100 km² spiegelt sich die Vielfalt des gesamten Landes wider: Einer starken und expandierenden Wirtschaftsregion steht eine reizvolle Landschaft mit schmucken Städten und Gemeinden gegenüber. Deshalb verwundert es nicht, dass es immer mehr Menschen hierher zieht. In den letzten Jahren ist die Einwohnerzahl auf rund 340.000 gestiegen. Diese verteilen sich auf 46 Städte und Gemeinden, darunter die großen Kreisstädte Bad Rappenau, Eppingen und Neckarsulm.

Der Landkreis Heilbronn ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte in Baden-Württemberg und ganz Deutschland. Gründe hierfür sind die strategisch günstige Lage an wichtigen Verkehrsknotenpunkten und vor allem die Mischung aus weltbekannten Unternehmen und einem starken, breit aufgestellten Mittelstand in den Bereichen Automotive, Elektro, Dienstleistungen, Handel sowie der Luft- und Raumfahrt, die das Rückgrat der Wirtschaftskraft bildet. Die klein- und mittelständischen Unternehmen bieten zudem ein großes Potential an Arbeitsplätzen.

Die Attraktivität des Landkreises ergibt sich aber vor allem auch aus einer hohen Lebensqualität. Wer Naturerlebnisse sucht, findet sie in den reizvollen Landschaften des Kraichgaus und Zabergäus, der Löwensteiner Berge und in den Flußtälern von Neckar, Kocher, Jagst und Sulm. Die 46 Städte und Gemeinden sind reich an Kultur und Geschichte: Prächtige Fachwerkhäuser, Burgen und Schlösser sind Zeugen einer großen Vergangenheit. Neben der Industrie hat auch die Landwirtschaft eine große Bedeutung. Auf über 50 % der Fläche gedeihen Getreide, Kartoffeln und insbesondere Wein. Die Stadt Heilbronn hat die größte Rebfläche einer Großstadt in Deutschland, Brackenheim ist die größte Weinbaugemeinde Württembergs, die größte Rotweingemeinde Deutschlands und die größte Lembergergemeinde der Welt und die Staatliche Weinbauschule in Weinsberg ist die älteste in Deutschland. In Weinsberg ist auch der Sitz des Württembergischen Weinbauverbandes mit 16 500 Verbandsmitgliedern.

Entstanden ist so eine Kulturlandschaft, die Herz und Seele erfreut, ein Landkreis, in dem man gerne wohnt, arbeitet und lebt.

Stadt- und Landkreis Heilbronn sind gut in die nationalen und internationalen Verkehrswege eingebunden. Die beiden Autobahnen A6 und A81 durchziehen den Landkreis Heilbronn in West-Ost- beziehungsweise Nord-Süd-Richtung. Beide Verkehrswege treffen am Autobahnkreuz Weinsberg zusammen. Die Landeshauptstadt Stuttgart ist per Bahn fast durchgängig im 30-Minuten-Takt erreichbar; auch zu den IC/ICE-Bahnhöfen Heidelberg und Mannheim besteht eine stündliche Verbindung. In Verbindung mit dem Heilbronner Hafen steht der einheimischen Wirtschaft auch der Neckar als Transportweg zur Verfügung.

Die Feuerwehren im Stadt- und Landkreis Heilbronn - moderne Dienstleister mit großer Bandbreite

Die Feuerwehr der Stadt Heilbronn besteht neben der Abteilung Berufsfeuerwehr mit 90 Einsatzbeamten, aus neun Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr in allen Stadtteilen. Die 307 Mitglieder der ehrenamtlichen Einsatzabteilungen bilden eine unverzichtbare Stütze für die Gefahrenabwehr in der Stadt. Bei allen vorstellbaren Einsatzsituationen ist die Freiwillige Feuerwehr gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr im Einsatz. Durch die stets steigenden Anforderungen im Einsatzdienst, ist eine angepasste und zielorientierte Aus- und Fortbildung notwendig. Schließlich wurde das Ehrenamt im Jahr 2018 über 570-mal alarmiert.

Auch in Sachen Nachwuchs ist die Feuerwehr Heilbronn mit 16 Mädchen und 75 Jungen bei der Jugendfeuerwehr gut aufgestellt. Dies ist auch notwendig, da die aktiven Einsatzkräfte überwiegend aus der Jugendfeuerwehr übernommen werden.

Im Jahr 2018 hatte die Feuerwehr Heilbronn insgesamt über 2.400 Einsätze zu bewältigen. Diese Entwicklung entspricht auch den landesweiten Trends: Stetiger Anstieg bei den Gesamteinsatzzahlen, darunter vor allem Steigerungen im Bereich technische Hilfeleistung und Steigerung der sonstigen Einsätze, welche auch durch die häufigeren Extremwetterereignisse verursacht werden. Um den Bürgerinnen und Bürgern stetig eine schnelle und professionelle Hilfe gewährleisten zu können, muss die Feuerwehr ebenso stetig wachsen und weiterentwickelt werden.

Geschichtlich betrachtet verfügte die Stadt bereits im Jahr 1460 über eine Feuerschutzordnung. Eine mit sechs Spritzenfahrzeugen ausgestattete spezielle Löschtruppe wurde im Jahr 1847 gegründet. Nach unterschiedlichen Standorten wie im Hafenmarkt, der Wilhelm- und Südstraße fand 1959 die Einweihung der Hauptfeuerwache am jetzigen Standort in der Beethovenstraße statt. 1971 wurde die Berufsfeuerwehr eingerichtet. 

Im Jahr 1989 konnte der Um- bzw. Neubau und somit auch die Erweiterung der Hauptfeuerwache feierlich eingeweiht werden. Aktuell befinden sich auf dem Gelände die Fahrzeughallen mit modernen Einsatzfahrzeugen sowie eine der beiden zentralen Schlauchwerkstätten und die Atemschutzwerkstatt für den Stadt- und Landkreis Heilbronn. Des Weiteren gibt es verschiedene Werkstätten zur Instandhaltung und Prüfung von Fahrzeugen, Gerätschaften und den acht weiteren Feuerwehrhäusern. Die Atemschutzübungsanlage und die Lehrsäle werden für die ständige Aus- und Fortbildung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren sowie von Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr genutzt.

Zur Erhaltung der körperlichen Fitness gehört Dienstsport bei der Berufsfeuerwehr zum Arbeitsalltag. Aber auch die Freiwillige Feuerwehr nutzt die vorhandenen Möglichkeiten, wie den  Sportraum mit verschiedenen Trainingsgeräten oder die kleine Sporthalle für verschiedenste Aktivitäten.

Da der Stadt- und Landkreis Heilbronn neben dem Neckar auch über zahlreiche Nebenflüsse und Seen mit Bademöglichkeiten verfügt, wurden 1974 die ersten Feuerwehrtaucher ausgebildet. Aktuell decken 47 Taucher, verteilt auf drei Wachabteilungen und den Tageseinsatzdienst, die aufkommenden 15-20 Wasserrettungseinsätze pro Jahr ab.

Um die vielfältigen Sonderaufgaben erfüllen zu können, greift die Feuerwehr Heilbronn auf die Unterstützung der neun Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr zurück. Ein gut abgestimmtes Zusammenspiel zwischen dem Ehrenamt und der Berufsfeuerwehr ist hierbei unabdingbar.  Hierunter zählen zum Beispiel eine Wasserförderungskomponente mit dem Holland Fire System (HFS), die Bedienung der Sandsackfüllmaschine auf dem Abrollbehälter „Sandsack/Energie“ aber auch die Besetzung des großen Einsatzleitwagen mit einer Fernmeldegruppe.  Zur weiteren Führungsunterstützung bei Großschadenslagen kann eine Führungsunterstützungseinheit, welche sich aus Führungskräften der Freiwilligen Feuerwehr zusammensetzt, angefordert werden.

Bei Einsätzen mit austretenden Gefahrstoffen ist das Ehrenamt ebenfalls gefragt. Drei verschiedene Abteilungen übernehmen bei solchen Einsätzen die Messtechnik, die Dekontamination von Einsatzkräften und teilweise auch das Vorgehen im Gefahrenbereich mit besonderer Schutzkleidung.

Als jüngste Sondereinheit wurde in diesem Jahr eine Drohnengruppe gegründet. Neben der Unterstützung bei Personensuchen soll die Drohne zur Lageerkundung bzw. Dokumentation eingesetzt werden.

Ohne ehrenamtliches Engagement wäre es nicht möglich ein solch umfassendes Aufgabenportfolio abzudecken.

Neben den typischen Feuerwehraufgaben, stellt die Feuerwehr Heilbronn mit ihrem hauptamtlichen Personal auch die Feuerwehrdisponenten für die Integrierte Leitstelle des Stadt- und Landkreises Heilbronn (ILS). Am 26. Juli 2010 fand der Spatenstich zum Bau der neuen Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst statt. Der Startschuss für das Gebäude in dem  Betriebs-, Büro- und Technikräume auf 450 Quadratmeter Fläche im Obergeschoss und Fahrzeugstellplätzen im Erdgeschoss war gefallen. Die feierliche Einweihung fand an dem einprägsamen Datum 13.12.2011 um 10 Uhr statt. In der ILS werden jährlich nahezu 400.000 Notrufe und Gespräche geführt. Aus diesen resultieren wiederum insgesamt 120.000 Rettungsdienst- und Feuerwehreinsätze im gesamten Stadt- und Landkreis Heilbronn mit mehr als 465.000 Einwohnern.

Die 45 Freiwillige Feuerwehren im Landkreis Heilbronn decken 1.100 Quadratkilometern mit rund 341.000 Einwohnern ab. Dafür stehen rund 4.200 Feuerwehrangehörigen in den Einsatzabteilungen rund um die Uhr für alle Einsatzlagen zur Verfügung. Hinzu kommen 1.295 Jungendfeuerwehrangehörige in 15 Kinder- und 45 Jugendfeuerwehren und 1.097 Kameraden in den Alterswehren. Verschiedene Betriebe halten darüber hinaus noch über 415 Einsatzkräfte aus den 7 Werkfeuerwehren vor. In Summe verfügen Stadt- und Landkreis Heilbronn somit über mehr als 5.000 aktive Einsatzkräfte in Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr.

Wie in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, sei es bei den Hilfsorganisationen oder Vereinen, ist die jeweilige Organisation nur so lange so gut und stabil, wie es auch Menschen gibt, welche diese mit Leben füllen und bereit dazu sind, sich dort auch über die Maße hin einzubringen. Die eingangs aufgeführten Zahlen, spiegeln diese Stabilität und Bereitschaft der ehrenamtlichen Feuerwehrleute deutlich wider. Erfreulich ist die stetig ansteigende Zahl der weiblichen Angehörigen der Einsatzabteilungen sowie bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren.

Die topographische Lage des Landkreis Heilbronn mit verschiedenen Erhebungen, aber auch die Verkehrslage mit Bundesautobahnen, Bundes- und Landstraßen, der Bundeswasserstraße Neckar und diverse Bahnlinien, fordern die Freiwilligen Feuerwehren regelmäßig.  Dazu kommt noch die wirtschaftliche Lage im Landkreis Heilbronn, mit verschiedenen Industriezweigen, wie z.B. der Automobilindustrie, der chemischen Industrie aber auch mit kerntechnischen Anlagen. Also ein breites Aufgabenspektrum für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte und Angehörige der Werkfeuerwehren.

Um den verschiedenen Anforderungen auch gerecht werden zu können und wirtschaftlich zu arbeiten, werden bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis aber auch bei den Werkfeuerwehren an verschiedenen Standorten diverse Sonderfahrzeuge vorgehalten, welche im Rahmen der Überlandhilfe bei Bedarf im ganzen Landkreis für den Einsatz angefordert werden können.

Neben den obligatorischen Löschfahrzeugen, welche immer mehr auch für Einsätze der technischen Hilfeleistung mit konzipiert sind, kommen hier verschiedene Rüstfahrzeuge, Hubrettungsfahrzeuge und Sonderfahrzeuge zum Einsatz. Bei der Beschaffung dieser Fahrzeuge wird hier immer häufiger der Weg der interkommunalen Zusammenarbeit gegangen, um den Aufwand für die Planungen und Ausschreibungen für ein baugleiches Fahrzeug zu minimieren und wirtschaftlich zu halten.

Das Aufgabengebiet der Feuerwehren hat sich über die Jahre hin vom eigentlichen Retten und Löschen in ein viel umfangreicheres Tätigkeitsfeld gewandelt und erweitert. Da aber nicht jede Kommune aus wirtschaftlicher Sicht für jede erdenkliche Schadenslage das entsprechende Einsatzmaterial, den dafür erforderlichen Fuhrpark und in der Hauptsache auch nicht das hierfür ausgebildete Personal vorhalten kann, gibt es im Landkreis Heilbronn verschiedene Fachgruppen.

 

Fachgruppen Gefahrstoff:
In Bad Rappenau und in Weinsberg sind im Einzugsgebiet der Bundesautobahnen A 6 und A 81 Gerätewagen-Gefahrgut (GW-G) und in Weinsberg zudem noch ein Gerätewagen Dekon Personen (GW-Dekon P) und ein ABC-Erkundungskraftwagen (ABC-ErkKW) stationiert. Die Gerätewagen Messtechnik (GW-Mess) des Landkreis Heilbronn, die von Lauffen a. N. und Neckarsulm zum Einsatz ausrücken, komplettieren die Gefahrstoffeinheit des Landkreis Heilbronn. Unterstützt werden die Gefahrstoffeinheiten zudem noch von den Fachberatern Chemie, Dr. Stefan Sendelbach, Thomas Epple (beide FF Neckarsulm), Sigrid Aßfalg (FF Schwaigern) und Michael Hilpert. Dies hat den Vorteil, dass die Gefahrstoffkomponenten über den gesamten Landkreis Heilbronn verteilt sind und im Bedarfsfall in verschiedenen Konstellationen gemeinsam alarmiert werden können. Durch regelmäßige Übungsdienste, Sonderausbildungen und gemeinsame Übungswochenenden, halten sich die Kräfte der Fachgruppen Gefahrstoff immer auf dem aktuellen Stand.

Fachgruppe Elektrotechnik:
Als weitere Spezialisten können die Einsatzkräfte der Fachgruppe  Elektrotechnik der Feuerwehr Neckarsulm alarmiert werden. Diese Fachgruppe, welche sich mit den Gefahren von elektrischen Strom für Einsatzkräfte und Geschädigten an der Einsatzstelle befasst, wurde im Jahr 2011 von Siegfried Kern aufgebaut. Als Fachleute für Photovoltaikanlagen, Energiespeicher, Elektrofahrzeuge aber auch für Elektroinstallationen oder Leitungsverbindungen, können sich die jeweiligen Einsatzleiter der Unterstützung der Fachgruppe an der Einsatzstelle bedienen.

Fernmeldegruppe Landkreis Heilbronn:
Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsulm ist der vom Landkreis Heilbronn unterhaltende Einsatzleitwagen 2 (ELW 2) stationiert. Dieses Fahrzeug kommt immer dann unterstützend zum Einsatz, wenn größere, örtlich begrenzte Schadensereignisse oder Katastrophen bewältigt werden müssen und hierzu geeignete Führungs- und Kommunikationsmittel erforderlich sind. Die Fernmeldegruppe unterstützt mit Personal und Technik die Einsatzleitungen vor Ort und trägt somit auch zur Entlastung der Integrierten Leitstelle (ILS) bei entsprechenden Schadenslagen bei.

Für die Bekämpfung von Großschadenslagen, wie Groß-/Industriebrände aber auch in der technischen Hilfeleistung bei Massenkarambolagen stehen im Landkreis Heilbronn sogenannte Überlandhilfelösch- und -rüstzüge zur Alarmierung bereit. Entsprechend der Alarm- und Ausrückordnung (AAO) sind diese Züge so konzipiert, dass von verschiedenen festgelegten Feuerwehren die entsprechenden Fahrzeuge zur Unterstützung der örtlichen Wehr ausrücken können, jedoch die Grundversorgung für das eigene Einsatzgebiet aufrecht erhalten bleibt.


Werkfeuerwehren
Die Werkfeuerwehren halten, zugeschnitten auf das jeweilige Firmeportfolio, diverse Sonder- und Spezialfahrzeuge vor, die es im Stadt und Landkreis so nicht gibt. Die Werkfeuerwehr Audi verfügt z. B. über eine Teleskopmast  Bei der Werkfeuerwehr der EnBW Kernkraft GmbH im Kernkraftwerk Neckarwestheim (GKN) stehen neben zwei Sonderlöschfahrzeugen Schaum (SLF-Schaum) mit jeweils 2.500 Liter AFFF-Schaummittel auch ein spezieller Gefahrstoffanhänger bereit. Mit einem Trockentanklöschfahrzeug (TroTLF 16/35) mit einem Pulvertank mit 750 Kg Löschpulver, 3.500 Liter Wasser und 230 Liter Schaummittel, kann die Werkfeuerwehr der KS Kolbenschmidt GmbH bei verschiedene Schadenslagen im Werk oder im Rahmen der Überlandhilfe unterstützen. Das sind nur ein paar Beispiele der Werkfeuerwehren, welche durch die Werkfeuerwehren des Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Klinikum am Weissenhof, der Firma Söhner (Soehnergroup) und der Firma Solvay Fluor GmbH vervollständigt werden.

Dank der gut ausgebildeten Einsatzkräfte Feuerwehren, dem stetigen Miteinander und einer gesunden Kameradschaft, konnten den bisherigen Einsatzanforderungen immer erfolgreich getrotzt werden.

Diese Vorstellung der Freiwilligen Feuerwehren stellt nur einen kleinen Ausschnitt des vielseitigen Aufgabenspektrums dar. Weitere Infos zu unseren Feuerwehr finden Sie über die Seite des Kreisfeuerwehrverband Heilbronn unter https://www.kfv-heilbronn.de

Verfasser: Jürgen Vogt und Michael Kenngott, KFV Heilbronn